Vitamin D (Synthese, Transport, Rezeptor)

GC · DHCR7 · CYP2R1 · VDR

Der Vitamin-D-Status ist stark erblich. Eine Kette aus Genen steuert ihn: Synthese in der Haut (DHCR7), Aktivierung in der Leber (CYP2R1), Transport im Blut (GC) und Wirkung in der Zelle (VDR). Die ungünstigste Genotyp-Kombination erhöht das Insuffizienz-Risiko um mehr als das Doppelte. Diese Seite gibt den Überblick; GC und VDR haben eigene, tiefere Seiten.

Die Kette aus vier Stationen

Eine genomweite Studie an rund 34.000 Menschen fand drei Hauptloci, deren ungünstigste Kombination das Insuffizienz-Risiko mehr als verdoppelt (oberstes gegenüber unterstem Genotyp-Quartil, OR ≈ 2,47; Wang 2010). rs2282679 (GC, Vitamin-D-Bindeprotein) ist der mit Abstand stärkste Treffer auf 25(OH)D (p ≈ 10⁻¹⁰⁹) und senkt im Effektallel den Spiegel. rs12785878 nahe DHCR7 verringert die in der Haut für die D₃-Synthese verfügbare Vorstufe. rs10741657 nahe CYP2R1 bremst die Aktivierung in der Leber. rs6013897 nahe CYP24A1 betrifft den Abbau. Am Ende der Kette moduliert der Rezeptor VDR (FokI rs2228570, BsmI rs1544410, ApaI rs7975232, TaqI rs731236), wie kräftig die Zelle reagiert.

Was es bedeutet

Genotyp und Blutspiegel beantworten verschiedene Fragen: Die Marker beschreiben eine Veranlagung zu eher niedrigeren oder höheren Spiegeln und eine unterschiedliche Empfindlichkeit der Zelle, der gemessene 25(OH)D-Wert den Ist-Zustand. Wer genetisch zu niedrigem Vitamin D neigt, erreicht bei gleicher Sonne und Zufuhr seltener gute Spiegel. Keine dieser Varianten macht allein eine Supplementierung nötig.

Einordnung

Die Spiegel-Loci (GC, DHCR7, CYP2R1) sind sehr gut belegt; die VDR-Rezeptorassoziationen bleiben schwächer und uneinheitlich. Für die Tiefe siehe die Einzelseiten zu GC (Bindeprotein) und VDR (Rezeptor). Genome zeigt alle Marker als technische Evidenz.

Was Genome misst. Die Genotypen an rs2282679 (GC), rs12785878 (DHCR7), rs10741657 (CYP2R1), rs6013897 (CYP24A1) sowie an den VDR-Markern FokI, BsmI, ApaI und TaqI.

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Quellen

  1. 1Wang et al., 2010 Common genetic determinants of vitamin D insufficiency: a genome-wide association study. Lancet 376:180–188. doi.org/10.1016/S0140-6736(10)60588-0