Multiple Sklerose

HLA-DRB1*15:01

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Den größten genetischen Beitrag liefert HLA-DRB1*15:01. Zusammen mit einer durchgemachten Epstein-Barr-Virus-Infektion, dem stärksten bekannten Umweltfaktor, ergibt sich ein Modell aus Veranlagung und Auslöser.

Veranlagung trifft Auslöser

DRB1*15:01 verändert, welche Peptide den T-Zellen präsentiert werden, und begünstigt autoreaktive Antworten gegen Bestandteile der Myelinscheide. Eine große Längsschnittstudie zeigte, dass praktisch alle MS-Fälle eine vorausgegangene EBV-Infektion hatten. Molekulare Mimikry zwischen EBV-Proteinen und körpereigenen Strukturen ist ein diskutierter Mechanismus.

Einordnung

DRB1*15:01 ist häufig und erhöht das Risiko nur moderat; die allermeisten Träger erkranken nie. Der Marker erklärt Veranlagung, nicht Verlauf. Genome stellt den HLA-Typ als technische Evidenz dar und verweist auf den EBV-Kontext, ohne diagnostische Aussage.

Was Genome misst. Vorliegen des Risikoallels HLA-DRB1*15:01 sowie schützender Klasse-I-Typen (etwa HLA-A*02:01) in der HLA-Typisierung.

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Quellen

  1. 1International MS Genetics Consortium, 2019 Multiple sclerosis genomic map implicates peripheral immune cells and microglia in susceptibility. Science 365:eaav7188. doi.org/10.1126/science.aav7188
  2. 2Bjornevik et al., 2022 Longitudinal analysis reveals high prevalence of Epstein-Barr virus associated with multiple sclerosis. Science 375:296–301. doi.org/10.1126/science.abj8222