MTHFR

rs1801133 + rs1801131

MTHFR kodiert ein Schlüsselenzym des Folat- und Methylierungsstoffwechsels. Zwei häufige Varianten senken die Enzymaktivität und können den Homocysteinspiegel leicht erhöhen. Die klinische Bedeutung wurde lange überschätzt; bei guter Folatversorgung ist der Effekt meist gering.

Die zwei Varianten

C677T (rs1801133, Aminosäuretausch Alanin zu Valin) erzeugt ein thermolabiles Enzym mit verminderter Aktivität. A1298C (rs1801131) senkt die Aktivität schwächer. Beide sind in der Bevölkerung häufig. Relevant wird vor allem die Kombination aus reduzierter Aktivität und knapper Folatversorgung.

Was es bedeutet

Ein verlangsamter Folatzyklus kann den Homocysteinspiegel leicht anheben. Der Effekt ist meist klein und durch ausreichend Folat und B-Vitamine ausgleichbar. Die früher verbreitete Deutung, MTHFR-Varianten erklärten zahlreiche Beschwerden, hält der Evidenz nicht stand.

Einordnung

Das American College of Medical Genetics rät vom routinemäßigen MTHFR-Test ab, weil der prädiktive Wert für Thrombose und Schwangerschaftskomplikationen gering ist. Genome zeigt den Genotyp als technische Evidenz, nicht als Krankheitsbeleg.

Was Genome misst. Die Genotypen an rs1801133 (C677T) und rs1801131 (A1298C) und die daraus abgeleitete Tendenz der Enzymaktivität.

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Quellen

  1. 1Frosst et al., 1995 A candidate genetic risk factor for vascular disease: a common mutation in methylenetetrahydrofolate reductase. Nature Genetics 10:111–113. doi.org/10.1038/ng0595-111
  2. 2Hickey et al., 2013 ACMG Practice Guideline: lack of evidence for MTHFR polymorphism testing. Genetics in Medicine 15:153–156. doi.org/10.1038/gim.2012.165