Antioxidative Enzyme
SOD2 · GPX1 · CAT · NQO1
Die körpereigene Abwehr gegen reaktive Sauerstoffspezies arbeitet als Kette: Superoxid wird zu Wasserstoffperoxid umgewandelt, dieses dann entgiftet. Jeder Schritt hat eine häufige Funktionsvariante. Zusammen beschreiben sie, wie gut Zellen oxidativen Stress abpuffern, sind aber kein Krankheitsbefund.
Die vier Schritte
rs4880 (SOD2, Ala16Val): Die mitochondriale Mangan-Superoxiddismutase wandelt Superoxid in H₂O₂ um. Die Variante sitzt im mitochondrialen Zielsteuerungssignal; das Ala-Allel wird effizient importiert und liefert dort rund 40 Prozent mehr aktives Enzym, während das Val-Allel teils in der Innenmembran stecken bleibt und abgebaut wird (Sutton 2005). rs1050450 (GPX1, Pro198Leu): Glutathionperoxidase 1 baut H₂O₂ weiter ab; das Leu-Allel geht mit niedrigerer Enzymaktivität einher (Arsova-Sarafinovska 2008). rs1001179 (CAT, Katalase): direkter H₂O₂-Entgifter; das Effektallel senkt die Expression. rs1800566 (NQO1, Pro187Ser): schützt vor Chinon-Toxizität; das T-Allel trägt erheblich zur Variation der Enzymaktivität in der Bevölkerung bei, homozygote Träger haben sehr geringe Restaktivität (Lajin 2013).
Was es bedeutet
Diese vier Enzyme bilden das Built-in-Panel „Antioxidative Enzyme“ und beschreiben gemeinsam, wie gut eine Zelle Radikale abpuffert. Ein ungünstiges Profil ist kein Krankheitsbefund, sondern ein Hinweis auf erhöhten oxidativen Stressdruck; es kann erklären, warum jemand empfindlicher auf Belastungen wie Rauchen, intensiven Sport oder Umweltgifte reagiert. Eine pauschale Antioxidantien-Supplementierung lässt sich daraus nicht ableiten.
Einordnung
Die funktionellen Effekte der Einzelvarianten sind belegt; ihre Krankheitsassoziationen sind je nach Population uneinheitlich und sollten nicht überinterpretiert werden. Genome zeigt die Marker als technische Evidenz.
Was Genome misst. Die Genotypen an rs4880 (SOD2), rs1050450 (GPX1), rs1001179 (CAT) und rs1800566 (NQO1).
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Quellen
- 1Sutton et al., 2005 The MnSOD Ala16Val dimorphism modulates mitochondrial import and mRNA stability. Pharmacogenetics and Genomics 15:311–319. doi.org/10.1097/01213011-200505000-00006
- 2Arsova-Sarafinovska et al., 2008 GPX1 genetic polymorphism, erythrocyte GPX activity and prostate cancer risk. International Urology and Nephrology 41:63–70. doi.org/10.1007/s11255-008-9407-y
- 3Lajin & Alachkar, 2013 The NQO1 polymorphism C609T (Pro187Ser) and cancer susceptibility: a meta-analysis. British Journal of Cancer 109:1325–1337. doi.org/10.1038/bjc.2013.357