KIR-HLA-Ligandenkontext
KIR-Rezeptoren wirken nur im Zusammenspiel mit ihren HLA-Liganden. Genome leitet aus der HLA-Klasse-I-Typisierung die Ligandengruppen ab (HLA-C1/C2, HLA-Bw4/Bw6) und stellt sie dem KIR-Genotyp gegenüber. So wird sichtbar, ob ein passender Ligand vorhanden ist.
Warum der Kontext zählt
Ein aktivierender oder inhibitorischer KIR bleibt funktionslos, wenn der passende HLA-Ligand fehlt. Erst die Kombination aus KIR-Genotyp und HLA-Ligand ergibt das tatsächliche Reaktionsmuster der NK-Zelle. Bestimmte Konstellationen sind mit Infektionsverlauf, Präeklampsie und dem Erfolg von Stammzelltransplantationen verknüpft.
Wie Genome es darstellt
Im Bericht zur Medizinischen Genomik erscheint der Ligandenkontext nach der HLA- und KIR-Sektion. Er ist abgeleitet, nicht direkt gemessen, und entsprechend gekennzeichnet. Abweichungen oder fehlende Liganden sind prüfpflichtig und ersetzen keine immunologische Bewertung.
Was Genome misst. Die Ligandengruppen aus HLA*LA Class I (C1 vs. C2 anhand Position 80 von HLA-C, Bw4 vs. Bw6 bei HLA-B) und ihr Abgleich mit den vorhandenen KIR-Genen. Reine Kontextschicht, keine eigene Messung.
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Quellen
- 1Pende et al., 2019 Killer Ig-like receptors (KIRs): their role in NK cell modulation and developments leading to their clinical exploitation. Frontiers in Immunology 10:1179. doi.org/10.3389/fimmu.2019.01179
- 2Kulkarni, Martin & Carrington, 2008 The Yin and Yang of HLA and KIR in human disease. Seminars in Immunology 20:343–352. doi.org/10.1016/j.smim.2008.06.003