COMT

rs4680

COMT baut Botenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin ab. Die Variante Val158Met (rs4680) verändert die Enzymaktivität und damit den Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex. Effekte auf Kognition, Stressverarbeitung und Schmerz sind beschrieben, aber klein und kontextabhängig.

Val158Met

Die Variante tauscht an Position 158 Valin gegen Methionin. Das Met-Enzym ist etwa drei- bis viermal weniger aktiv und damit thermolabiler. Weil COMT im präfrontalen Kortex einen großen Teil des Dopaminabbaus übernimmt, verschiebt die Variante dort den Dopamin-Tonus.

Das Trade-off-Modell

Mehr präfrontales Dopamin (Met) kann unter ruhigen Bedingungen die Arbeitsgedächtnisleistung begünstigen, unter Stress aber nachteilig sein; das umgekehrte gilt für Val. Daher die Begriffe Worrier und Warrior. Es handelt sich um Tendenzen mit kleinen Effektstärken, nicht um feste Typen.

Einordnung

rs4680 ist ein beliebtes, aber überinterpretiertes Beispiel. Einzelne Studien widersprechen sich, und Replikationen sind oft schwächer als die Erstbefunde. Genome zeigt den Genotyp als Information, nicht als Persönlichkeitstest.

Was Genome misst. Den Genotyp an rs4680 (Val158Met) und die daraus abgeleitete Tendenz der Enzymaktivität (Val schnell, Met langsam).

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Quellen

  1. 1Egan et al., 2001 Effect of COMT Val108/158 Met genotype on frontal lobe function and risk for schizophrenia. PNAS 98:6917–6922. doi.org/10.1073/pnas.111134598
  2. 2Tunbridge et al., 2006 Catechol-O-methyltransferase, cognition, and psychosis: Val158Met and beyond. Biological Psychiatry 60:141–151. doi.org/10.1016/j.biopsych.2005.10.024